Imperialisten stürzen nicht durch Bitten – sondern durch Aufstand

Die Internationalen Brigaden, waren von der Kommunistischen Internationale rekrutierte und ausgebildete militärische Freiwilligenverbände, die im Spanischen Bürgerkrieg gegen den von Franco angeführten Staatsstreich und dessen von Hitler und Mussolini unterstützte Verbände kämpften | Photo: Videoscan YouTube

W.I. Frunse sagt, die obige Reihenfolge stimmt:

Michail Wassiljewitsch Frunse, Revolutionär und sowjetischer Heerführer

„In unseren Berechnungen künftiger Operationen und bei der Analyse des Charakters der künftigen Zusammenstöße müssen wir innerhalb der eigenen militärischen Orga- nisation das Hauptaugenmerk nicht den Hoffnungen auf die politische Zersetzung unseres Gegners, sondern dem Moment der tatsächlichen Möglichkeit schenken, ihn inaktiv, physisch zu zerschmettern“.
(M. W. Frunse, Gesammelte Werke, Band 1, Moskau-Leningrad, 1929, 247).

Es ergänzen sich physische Gewalt in Form von Muskelkraft und die durch das Gehirn verlaufende Überzeugung. Der Idealist vergisst sehr schnell sein Primat der Idee auf dem Schlachtfeld.

Der Genosse Lenin weist darauf hin, sowohl der reaktionäre imperialistische Krieg, der ein Ungerechter ist, als auch der fortschrittliche Befreiungskrieg, der ein gerechter ist, führen diesen mit dem Schwert und mit dem Wort. Jeder Krieg ist eine harte Anspannung, sowohl der materiellen als auch der geistigen Kräfte. Das Element des Krieges ist die Gefahr, es gibt in ihm keinen einzigen Augenblick, in dem man nicht von Gefahren umgeben wäre.

In einer Gefechtssituation ist jeder Augenblick lebensbedrohend. Da es in einem Krieg darauf ankommt, den Feind zu vernichten und sich selbst zu erhalten, hat das Schwert eindeutig die Führung gegenüber dem Wort inne. Das Wort tötet nicht. In der Pariser Kommune ergab sich 1871, besonders im Blutmai, im bestialischen Abschlachten durch aus Versailles gesandte weißgardistische Truppen, eine bittere Lehre: Die Kommunarden gaben zu früh das Schwert aus der Hand und vertrauten der Überzeugungskraft des Wortes. Lenin hatte die Bürgerkriegsvorgänge in Paris aufmerksam analysiert und kam zu dem Schluss, dass das Proletariat seine Feinde hätte vernichten müssen, es sich aber stattdessen bemühte, sie moralisch zu beeinflussen. Es unterschätzte die Bedeutung rein militärischer Aktionen im Bürgerkrieg. Statt seinen Pariser Sieg durch einen entschlossenen Angriff auf Versailles zu krönen, zögerte es und gab der Versailler Regierung Zeit, die Kräfte der Finsternis zu sammeln und zur blutigen Maiwoche zu rüsten.
(Vergleiche Lenin, Die Lehren der Kommune, Werke, Band 13, Dietz Verlag Berlin, 1960,424)

Darauf müssen wir achtgeben, besonders in der jetzigen hektischen Vorbereitungsperiode imperialistischer Kriege, die die reaktionäre blutsaugende Politik der Volksfeinde fortsetzen. Lenin wies uns darauf hin, dass in jedem Krieg der Sieg in letzter Instanz vom Kampfgeist der Massen abhängt, die auf dem Schlachtfeld ihr Blut vergießen.
(Vergleiche Lenin, Rede auf der erweiterten Konferenz von Arbeitern, Werke, Band 31,125)

Wir haben keine andere Wahl, als politische Minderheit die harte Arbeit auf uns nehmen, gegen den Strom der materiellen und geistigen Aufrüstung zu schwimmen und uns auf den Hauptpunkt konzentrieren: Nämlich, den Kampfgeist der Massen gegen die imperialistischen Kriegsverbrecher zu entfachen. Es ist in der Propaganda der Unterschied zwischen einem ungerechten und einem gerechten Krieg aufzuzeigen, dass die bolschewistisch angeleiteten Soldaten erkennen, dass ihr Krieg gegen die Bourgeoisie stets ein gerechter ist. Was prasselt nicht alles auf den Soldaten ein? Hier gilt es Kurs zu halten: Welche Klasse führt den Krieg mit welchem Ziel?

„Die Überzeugung, dass der Krieg gerecht ist, und die Einsicht in die Notwendigkeit, zum Wohl unserer Brüder das Leben zu opfern, heben den Kampfgeist der Soldaten und veranlassen sie, unerhörte Schwierigkeiten zu überwinden.“
(a.a.O.)

Wir sehen daraus, dass auch das Wort im Krieg eine erhebliche Bedeutung hat. Rückblickend sagte Lehnin:

„…, dass wir gegen den deutschen Imperialismus nicht nur durch den nationalen Krieg, sondern auch durch Propaganda und Zersetzung von innen kämpfen mussten.“
(Lenin, Versammlung der Moskauer Parteiarbeiter, Werke, Band 28, Dietz Verlag Berlin, 1960,202)

Auch die drei Siege über die Entente, waren keineswegs nur militärische Siege. Sie waren psychologisch, mit subversiver Absicht, unterstützte Erfolge. Das Wort hat also eine Bedeutung, dass die Soldaten die Notwendigkeit der Selbstaufopferung in einem gerechten Krieg erkennen. Schon Engels hatte in seiner Studie über Ludwig Feuerbach aus dem Jahr 1886 dargelegt, dass alles, was die Menschen bewegen soll, durch ihren Kopf hindurch gehen muss. Das sensibel vorgetragene Wort beeinflusst auch das Handeln der Soldaten auf dem Gefechtsfeld. Also ist im Klassenkampf Ausdauer verlangt für eine beharrliche Aufklärungsarbeit, da der Groschen seine Zeit zum Fallen braucht. Jahrzehntelang eingeimpfte Ideologie, kann man nicht in Form einer militärischen Attacke erobern.

„Im Krieg kann man nach einigen Monaten siegen, aber auf dem Gebiet der Kultur ist es unmöglich, in einer solchen Frist den Sieg zu erringen. Es liegt im Wesen der Sache selbst, dass es hierzu einer längeren Frist bedarf und auf diese längere Frist muss man sich einrichten, indem man seine Arbeit gut einteilt, indem man größte Zähigkeit, Beharrlichkeit und Systematik an den Tag legt.“
(Lenin, Die NÖP und die Aufgaben der Ausschüsse für pol.-kult. Aufklärung, Werke, Band 33, Dietz Verlag Berlin, 1960,60)

Ein zentraler Aspekt der Aufklärungsarbeit besteht darin, aufzuzeigen, wie die Bourgeoisie ihre Gier nach privater Bereicherung als Freiheitskampf tarnen. Hinter ihren politischen Phrasen verbirgt sich in Wahrheit das Ziel, Reichtum in den Händen weniger zu konzentrieren. Was auf den ersten Blick als Recht erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als schweres Unrecht. Denn am Ende sind es die Völker selbst, die den Preis zahlen – oft mit ihrem eigenen Blut. Hinter der Erscheinung das Wesen zu entdecken, setzt das ununterbrochene Studium der Dialektik, insbesondere der Materialistischen, voraus. Die Bourgeoisie bereitet einen Raubkrieg vor, dessen Durchführung sie nur durch einen gezielten Vernichtungsfeldzug gegen kommunistische Kader für möglich hält. Die kommunistischen Kräfte wiederum müssen – als eine der Lehren aus der Pariser Kommune – ihr militärisches Hauptaugenmerk auf die Zerschlagung des bürgerlich-faschistischen Offizierskorps legen. Ein solcher Kampf erfordert zugleich die Fähigkeit, allen Formen des Sozialdemokratismus wirksam entgegenzutreten.

Da es nach Lenin extrem schwierig ist, einen Krieg richtig zu lesen, werden uns Fehler unterlaufen und Lenin sagt zugleich, dass es wirklich keine großen Fehler werden mögen, sondern solche, die man leicht korrigieren kann. Es gilt nur eins:

Immer nur vom Marxismus-Leninismus ausgehen und bürgerlich-soziologisches Beigemisch (eine studentische Vorliebe) gnadenlos ausradieren.

 

 

Über Heinz Ahlreip 127 Artikel
Heinz Ahlreip, geb. am 28. Februar 1952 in Hildesheim. Von 1975 bis 1983 Studium in den Fächern Philosophie und Politik an der Leibniz Universität Hannover, Magisterabschluss mit der Arbeit »Die Dialektik der absoluten Freiheit in Hegels Phänomenologie des Geistes«. Forschungschwerpunkte: Französische Aufklärung, Jakobinismus, Französische Revolution, die politische Philosophie Kants und Hegels, Befreiungskriege gegen Napoleon, Marxismus-Leninismus, Oktoberrevolution, die Kontroverse Stalin – Trotzki über den Aufbau des Sozialismus in der UdSSR, die Epoche Stalins, insbesondere Stachanowbewegung und Moskauer Prozesse.

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